Daniel Kehlmann – Ruhm

Ein Geflecht aus Protagonsiten in neun Geschichten, alle irgendwie miteinander verbunden, ihre Lebensstränge aneinander fixiert. Sie alle denken, sie seien real, und doch liest Forumsnerd Mollwitz die Gefahrenärtztin Lara, ihre Tante formt plötzlich ihre Geschichte indirekt selber und wirklich kompliziert wird es, wenn der Autor anfängt, sich selber zu schreiben… Weiterlesen

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Verstehen

Hier habe ich plötzlich verstanden.
Warum sie glauben,
wenn sich im kalt-goldenen Morgenlicht
mit dem Gesang der Popen
das Göttliche über ihre Köpfe
und geschlossene Augen ergießt.

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Tschüss Oktober!

Gelesen:

  • Daniel Kehlmann – Ruhm // sehr interessanter Ansatz, aber nicht so gut umgesetzt, wie es die exzessiv preisenden Rezensionen der Presse vermuten lassen
  • J. K. Rowling – Harry Potter 1-5 // perfekt im Herbst
  • Georgios Vizyinos – Die einzige Reise seines Lebens // eine Erzählung, die fast schon poetisch klingt
  • Suzanne Collins – The Hunger Games // Witzigerweise ist die Reihe, bei der sich die Allgemeinheit zum wahrscheinlich ERSTEN UND LETZTEN Mal nicht sicher ist, ob die Verfilmungen tatsächlich so grottenschlecht im Vergleich zu den Büchern ist (so wie normalerweise), Urheber eines anderen Phänomens, das so, glaube ich, einigermaßen einzigartig ist: ich finde die deutsche Übersetzung tatsächlich besser als das Original (zumindest was den ersten Teil angeht). Was zur Hölle? Ich bin sehr verwirrt davon und muss sämtliche Fundamentalitäten meines Literatur-Daseins infrage stellen. Ich bitte hiermit um mentale Unterstützung.

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Beobachtungen

  1. In der S-Bahn sitzen sie auf den Dreier-Sitzen nebeneinander
  2. schauen sich im gegenüberliegenden Fenster an
  3. beobachten sich wie ein Forschungsprojekt,
  4. bis sich jemand zwischen sie setzt.
  5. Ist es nicht traurig,
  6. dass ich mein ehrlichstes Gedicht in einer Sprache verfasse,
  7. die nicht meine ist,
  8. und sie sich einander nur als Spiegelbilder
  9. in die Augen sehen können
  10. ?

Nachts

Nachts schrumpft die Welt zusammen
auf dich selbst 
und den fernen Mond
und die Sterne (die durch noch durch die Luftverschmutzung erkennbar sind)

und auf die Menschen,
die du seit fünf Minuten
oder seit fünf Jahren kennst.

Sie schrumpft zusammen
auf unser Lachen
manchmal Weinen.

Wahrscheinlich sind Freunde bei Nacht
deswegen so gut.
Weil wir nicht die Summe unserer Jahre,
sondern einfach
sind.

Impulse #20

„‚Cause we are the helpless, selfish, one of a kind
Millennium kids, that all wanna die
Walking in the street with no light inside our eyes
We are the worthless, cursed with too much time
We get into trouble and lose our minds
Something that I’ve heard a million times in my life
Generation why“

aus „Generation Why“ von Conan Gray (2018)

Tschüss September!

Gelesen: Long Way Down – Jason Reynolds // berührend und realistisch; man spürt die Enge des Fahrstuhls, fühlt den Rauch den Atem ersticken… HIER ein paar Gedanken nach der Lesung von ihm

Tribute von Panem – Suzanne Collins (Re-Re-Re-…Read) // Tribute-Von-Panem-Fanatismus HIER

Chroniken der Unterwelt – Cassandra Clare (Re-Re-…Read) // witzigerweise habe ich das hier noch nie besprochen, obwohl die Reihe einen großen Teil meines Leserlebens eingenommen hat… Weiterlesen

It’s that time of the year again…(und ein bisschen Starbucks-Lästern)

Seltsam, dass diejenigen Jahreszeiten meine Lieblingsjahreszeiten sind, die als Übergänge bezeichnet werden, haben sie doch eigentlich nichts mit den Jahreszeiten zwischen ihnen zu tun (sehr viel „Jahreszeiten“ heute, Entschuldigung dafür). Während der Frühling die Zeit der Produktivität und der Lebensfrische ist, ist der Herbst für mich dieses diffuse Glücksgefühl von warmen Farben und warmer Atmosphäre – ich liebe ihn einfach. Weiterlesen

„Die Blume und der Baum“ – Ein Exkurs in literarische Vergangenheiten

Vor tausend Jahren – der von mir vermutete Zeitbereich liegt ungefähr zwischen erster und dritter Klasse – schrieb ich folgende Kurzgeschichte. Irgendwie witzig und irgendwie seltsam, sich Klein-Imtobeek vorzustellen, während sie das schreibt, so als könnte man sich nicht dazu durchringen, zu cringen (man merkt – ich habe meinen Frieden mit Denglisch geschlossen, Jens Spahn zuliebe). Viel Spaß!
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