Eine kleine Geschichte aus der Sicht eines Arschlochs…

Er sitzt in der S-Bahn, die Bierflaschen in der Sporttasche verborgen, sieht das Plakat an der Wand. Sie suchen diejenigen, die die Züge besprayen. Er lächelt still, damit niemand das Boshafte in ihm erkennen kann. Heute nicht. E steigt aus, geht nach Hause, sieht einen illegal aufgeklebten Sticker auf den lästigen überirdischen Rohren: REFUGEES WELCOME. Hass brandet in ihm auf, er versteht nicht, wie man so etwas tun kann. Denen auch noch helfen… sie willkommen heißen. Er geht nach Hause, tritt in seine dunkle chaotische Wohnung ein. Das Licht macht er nicht an, er mag es dunkel und möchte sowieso jetzt vor die Glotze. Beim Zappen kommt er auf den Nachrichtensender, sie berichten über Engagierte in der Flüchtlingssituation. Engagiert in der Flüchtlingssituation bedeutet für ihn, die erschöpften Familien zu beleidigen, in einer fremden Sprache, doch die Absicht ist klar. Engagiert sein, heißt für ihn, so etwas wie Flüchtlingsheime anzubrennen, sie endlich aus ihrem Land zu vertreiben. Fast findet er es schade, dass es in seiner Gegend keine Heime oder Unterkünfte gibt, die er anzünden könnte. Er will etwas tun… Er will endlich etwas für das Vaterland leisten, diese… Parasiten aus ihrer Heimat vertreiben! Er schaltet ab, möchte ihre undankbaren Gesichter, die unter Kopftüchern hinausschauen, nicht mehr sehen. Er greift zur Flasche. Was bilden die sich ein… Die Regierung selbst hat deren Länder für sicher erklärt! Seine Nachbarn machten dort Urlaub! Diese kleinen Schmarotzer suchten doch nur nach einem Aufwand, ihre Gesellschaft von innen zu zerstören! Wieso erkennt das niemand von diesen Politikern? Wieso hilft Merkel denen auch noch? Wenn er Kanzler wäre, dann gäbe es kurzen Prozess. Wenigstens hat die AfD noch Chancen auf den Sieg… aber bis die an die Macht kommen, ist es zu spät! Merkel muss weg. Der Gedanke springt in seinem Kopf herum, lässt sein Echo zurück, vervielfältigt sich. Merkel muss weg. Der Gedanke wird greifbar. In ihm entsteht eine Idee, eine kleine Idee, welche Großes bewirken konnte. Damals wurde der einzig richtige Wandel auch durch Worte erreicht… Wie in Trance holt er die Sprühflaschen aus der Ablagekammer, die ihm früherer Freund geschenkt hat. Seit dieser sich für Flüchtlinge einsetzt, will er nichts mehr mit ihm zu tun haben. Alles Verräter…  Merkel muss weg. Rot. Farbe des Blutes. Farbe der Macht. Er war nicht allein. Es gab noch Klarsehende… Er geht auf die Straße, sieht eine leere Wand, wie geschaffen, Merkel muss weg, er sieht sich um, Merkel muss weg, niemand ist da, er setzt an, Merkel muss weg, die Farbe macht ein spritzendes Geräusch, wie Blut, Merkel muss weg.

MERKEL MUSS WEG.

Jetzt steht es dort, an der  Wand. Er ist zufrieden, denkt sich noch, dass es vielleicht bald wieder aufwärtsgeht. Ihm wird schwindelig, zu viel Bier, verdammt. Er klappt zusammen. Sein Schriftzug ist das Letzte was er sieht, sein Stolz das Letzte, was er fühlt.

Am nächsten Morgen erwacht er mit einem furchtbaren Schmerzen vor seiner Haustür. Er hat sich wohl später dahingeschleppt. Ruckartig setzt er sich auf, heute ist sein Vorstellungsgespräch. Er macht sich fertig, versucht die Schmerzen zu ignorieren. Er geht zu seinem Auto, ein altes schrottiges Wrack, er kann sich ein neues nicht leisten. Er fährt los. Im Radio läuft nichts Interessantes. Auf einer der größeren Kreuzungen bemerkt er aus dem Augenwinkel einen kleinen Tumult, eine Frau im Kopftuch schreit herum. Müssen aber auch immer Ärger machen, denkt er verärgert. Er schaut auf die Straße, bemerkt den Grund für das Geschrei, ihr Rotzbengel ist mitten auf der Straße gestolpert und steht nun langsam auf. Und für den Bruchteil einer Sekunde schaut es direkt in seine Augen. Hau ab, denkt er panisch. Geh dorthin, von wo du gekommen bist, aber geh vor allem von der Straße. Hallo, du, sieht er in den Augen des Kindes. Hau ab, sieht es in den Augen des Mannes. Es bleibt stehen, es lacht, die Mutter schreit, hör auf zu schreien, denkt der Mann, er weiß nicht, was er tun soll. Das alles im Bruchteil einer Sekunde. Was soll er tun?

Was wird er tun?

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Der Geist Berlins! We’re not alone!!!
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Lady Midnight – Cassandra Clare

YES, endlich wieder ein normaler Beitrag! Wie letzte Woche angekündigt, palavere ich heute über die jüngste Neuerscheinung von der gefeierten Autorin Cassandra Clare – Lady Midnight! Nachdem ich den letzten Teil der Chroniken der Unterwelt gelesen habe, verlor ich schnell meine Leidenschaft für die Bücher, wieso, weiß ich nicht, wahrscheinlich habe ich aus einer unterkühlten Version meiner Selbst „realisiert“, dass die Bücherreihe eigentlich nichts Besonderes sei (ein Phänomen, welches mir bei „Selection“ von Kiera Cass ebenfalls begegnet, aber da muss ich meiner unterkühlten Version leider zustimmen). Jedenfalls bin ich jetzt aufgetaut und in neuer Liebe zu der Welt der Schattenjäger und –weltlern  aus meinem Kritik-Koma erwacht. Meine Liebe zu der Reihe wird eben nie ganz verlöschen… (Hach, das kleine Fangirl in mir hat die Kontrolle über meine Finger übernommen – mal wieder). Und da ich niemanden mit meinen Liebesschwüren langweilen möchte, gehen wir mal zur Handlung über.

Die Geschichte wird (wie gesagt) zentral aus der Sicht der vorherigen Nebenrolle Emma Carstairs in fünf Jahren erzählt, die mit ihrem Sandkastenfreund und Parabatai Julian(So etwas wie unglaublich enge Waffenbrüder, mit extra Runen, BFF-Kettchen und so ein Zeug), sowie mit dessen vier Geschwistern im Schattenjägerinstitut von Los Angeles lebt. Emmas Eltern wurden in ihrer Kindheit ermordet, wofür man immer Sebastian, den ewigen Bösewicht aus den Chroniken der Unterwelt, verantwortlich gemacht hatte. Emma hingegen vermutete immer etwas anderes und als die aufgefundenen Opfer einer aktuellen Mordserie äußerliche Parallelen zu Emmas Eltern, als jene tot aufgefunden wurden, aufzeigen, beschließt die vom Wunsch nach Rache getrieben, dem Fall nachzugehen und endlich die wahren Mörder ihrer Eltern zu finden.

Dabei geht sie einige Verbindungen mit gefährlichen (na gut, mindestens vom Gesetz verbotenen) Partnern ein, zum Beispiel die geheimnisvollen Elfenwesen, mit denen der Kontakt seit ihres Verrates im Dark War zwar untersagt wurde, die ihr aber für den Mörder Julians zuvor entführten Halbbruder liefern (wollen den Mörder, da er auch „Feenblut vergoss“ – wie ungeschickt von ihm).

Zum anderen ist da das langsame aber sichere Verlieben in ihren Waffenbruder Julian, doch die Partnerschaft mit dem Parabatai ist auf Entziehen der Runen verboten. Aber scheiß drauf… sie macht’s trotzdem.

Wie erwähnt, war das Buch mindestens so gut, verloren geglaubte Fans wiederzugewinnen und natürlich noch darüber hinaus. Es war in dieser typischen Clare’schen Art geschrieben, die einen dazu veranlasst, ausversehen die Station zu verpassen, ergo einen das Buch einfach nicht aus der Hand legen lässt. Dennoch muss man sagen, dass es relativ vorhersehbar ist – ich hätte zwar nicht sagen können, dass ******* der Strickzieher hinter all den Morden wäre, aber das zwischen Emma und Julian war irgendwie… klar…

Auch sind mehrere Aspekte mittlerweile etwas abgedroschen, zum Beispiel die Liebesgeschichte so nach dem Muster ineinander verliebt – Gesellschaft verbietet es –Egal, trotzdem rummachen.

Und die Formulierungen… ich sage nur: „…verwandelte ihren Körper in flüssiges Feuer“ (Lady Midnight); „…Hitze ihrer Körper…“(City of Heavenly Fire“). Und wer sich gerade fragt, was für komische Bücher ich so lese, das frage ich mich gerade auch.

Allerdings ist es bestimmt sehr anspruchsvoll für Clare, nach so einer Erfolgsreihe wie die Chroniken der Unterwelt, eine neue Reihe zu erschaffen, bei der man zwar das Clare’sche wiedererkennt, aber auch nichtkomplett recycelt sein soll. Mein Fazit: Hätte sie auch ohne die …pikanten J Szenen hervorragend geschafft.

Nächste Woche gibt es die Rezension zu Elfenwinter von Bernahard Hennen und bis dahin:

READ ON

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Ich habe sie gefunden! Die einzigartigeeee:Lady Midniiiiiight!

Aktuell…

Hallöllchen, Beaks dieser und weiterer Welten! Heute gibt es leider keine vollständige Rezension, da ich mir nicht wirklich hinterherkomme, deshalb ein kleines Up2date und zuerst palavere ich über…

…Den Moment, wenn man in der Bibliothek, wo sonst nur Bücher aus dem 10.Jahrhundert auszuleihen sind, brandaktuelle Romane findet, die erst ein paar Wochen alt sind!!

So ging es mir, als ich Lady Midnight von Cassandra Clare dort fand. HUIUIUI. Warum ich so hibbelig bin? Es ist die Fortsetzung von Chroniken der Unterwelt, die erst die ganze Welt und dann ich jämmerliche Nachzüglerin gefeiert hat! Die Geschichte von Jace und Clary geht weiter!! Na ja, nicht direkt, denn es wurden ein paar Jahre übersprungen und eine Nebenrolle ausgewählt, um die Story  zu erzählen. Ich bin wegen besagtem Schul- und Privatstress noch nicht sehr weit, aber trotzdem meine ersten Eindrücke:

  • „Das Cover steht dem der Chroniken der Unterwelt aber schon ziemlich nach… FRÜHER WAR ALLES BESSER.“ Tatsächlich waren die Cover der Hauptserie ziemlich cool gestaltet, ein Mix aus Urban und Gothik. Hier ist es eine schwimmende Blondine. Aber immerhin mit einem Schwert.

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    Für alle, die das Cover nicht einfach googlen können 🙂
  • (Spoiler) Ist doch klar, dass Emma und Julian ineinander verliebt sind. Tja, hätten se‘ eben nicht eine unwiderrufbar platonische Beziehung für das ganze Leben eingegangen.

Okay, mehr erste Eindrücke, die total gravierend sind, habe ich auch nicht, aber ich muss mir gewohnheitsbedingt das ganze Buch durchlesen und DANN kann ich erst meinen inneren pingeligen Klischeedeutschen raushängen lassen, ‚tschuldigung.

Und noch eine Neuigkeit: Ich habe in besagter Bibliothek die Fortsetzung von Die Elfen , nämlich Elfenwinter gefunden! Und nach Recherche muss ich meinen Beitrag zu dem Ersten Teil korrigieren: ich habe ja kritisiert, dass die Charakterzüge sich teilweise sehr verschoben haben und ich glaube, ich weiß jetzt, woran das lag. Es waren nämlich ZWEI Autoren (woah, Mira Holmes) nämlich Bernhard Hennen und James Sullivan, wodurch sich das Tohuwabohu durch wenig Absprache wahrscheinlich begründen lässt. Zapperlot nochmal, macht euch doch mal ein Storyboard oder so etwas? Jedenfalls schreibt Hennen jetzt alleine und man merkt schon, dass das praktisch gesehen besser funktioniert. Jedenfalls bis jetzt…

Und jetzt entschuldige ich mich für diesen Krüppel-Beitrag, und hoffentlich werde ich nächste Woche fertig mit einem von beiden und kann euch endlich einen anständigen Artikel MIT Kritik MIT Grammatik und MIT mindestens 400 Wörtern präsentieren und bis dahin: READ ON…

Opal-Schattenglanz – Jennifer L. Armentrout

Guuuuten Tag, Beaks dieser Welt!

Nach so langer Zeit konnte ich endlich wieder das nächste Exemplar der Obsidian-Reihe erstehen und wollte nochmal für die Zukunft erklären, wieso die Rezensionen zu dieser Reihe so unregelmäßig verliefen. Leider werde ich die letzten beiden Bücher Origin und Opposition erst an meinem Geburtstag bekommen und dieser ist erst in mehr als einem Monat. Ich bin unglaublich gespannt und es fällt mir echt schwer, es bis dahin auszuhalten.

Aber jetzt zu der Hauptperson (ich weigere mich, Bücher als Gegenstände zu bezeichnen): OPAL!!! Endlich! Für ungeübte Leser sieht es wahrscheinlich so aus, als könnte die gesamte Freak-Gemeinschaft zufrieden sein, immerhin ist Dawson, der geliebte Sohn, aus den Fängen Daedalus’* zurückgekehrt, Katy und Daemon sind endlich zusammen und es drohen in absehbarer Zeit keine Angriffe des Verteidigungsministeriums oder der Arum. Doch wer wagt es, die Ruhe zu stören? Dawson natürlich, dessen Freundin Beth immer noch Gefangene des VMs  (=Verteidigungsministerium) und seine Schwester Dee, von der einfach mal der Freund umgebracht wurde… In diesem Zustand vegetieren alle vor sich hin, als plötzlich Arschloch à la Mörder und Hybrid Blake wieder auftaucht und tatsächlich von Katy und Daemon Hilfe verlangt, sie sollen ihm helfen, seinen Alien-Freund Chris aus dem VM zu befreien. Da er sie schon wieder in der Hand hat und sie sowieso Beth noch befreien müssen, wegen der Dawson immer unruhiger wird, stimmen sie zu und machen sich an die Planung ihrer gefährlichen Absicht, in das VM einzudringen und die beiden von dort zu befreien. Das alles mit der Hilfe von einem mysteriösen und  vielleicht nicht ganz vertrauenswürdigen Mini-Hybriden namens Luc und einem Verräter, der einen aus den eigenen Reihen ermordet hat (Blake). Das hört sich doch toll an! Und jetzt stellt euch mal vor, wie der erste Versuch verlief. Genauso toll! Doch allen voran Dawson und Blake sind nicht bereit aufzugeben und so beginnt ein Wettlauf  gegen die Zeit, Daedalus, gegen Jugendliche die verschwunden sind und in einer sehr viel gefährlicheren Version auftauchten und endet schrecklich. Um Spoiler vorzubeugen, verrate ich nur die letzten deprimierenden Wörter:

„ Ich glaubte immer noch zu schreien, doch meine Stimme war fort. Daemon war fort.“

Ich stehe immer noch unter Schock vom Ende, denn das hat man sich irgendwie so gar nicht vorgestellt. Es schien einfach nicht möglich… Und jetzt hat sich meine fast schon krankhafte Vorfreude auf Origin noch gesteigert, verdammt!  Ich kann gar nichts anderes zu dieser Reihe sagen, als fast perfekt, eine der besten bis jetzt. Doch was man schon einräumen muss, ist dass einfach der Humor einer der großen Gründe war, wieso ich mich in die Reihe verliebt habe und dass dieser… spezielle, teils ironische, teils leichte Humor bei Opal gefehlt hat. Da sind natürlich die „Ich-bin-ja-so-toll“-Witze von Daemon, aber ehrlich gesagt, sind die schon echt abgedroschen.

Dennoch: wieder einmal ein sehr gelungener Roman, auch wenn mir Obsidian bis jetzt am besten gefallen hat 🙂 Die neuen Charaktere und ihre Beziehung zu den schon Vorhandenen sind sehr gut dargestellt. Ebenfalls finde bemerkenswert, dass das Schwarz-Weiß-Sehen, welches ich schon in hier erwähnt habe, aufgelockert wurde. Die Arum werden jetzt auch als Lebewesen angesehen und mit entsprechenden Schuldgefühlen umgebracht. (Leute, wenigstens mit Schuldgefühlen. Ist doch schon eine Verbesserung.) Vor allem das Katy Blake nicht als absoluten Bösewicht sieht, sondern sich sogar teilweise mit ihm identifiziert, was das Alles-Für-Vertraute-Tun angeht.

Also mal wieder: Respekt, Mrs. Armentrout!

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Der Namensgeber, übrigens.

*Daedalus ist eine Untergruppe des VM, die sich auf Lux und deren Hybride spezialisiert hat. Sind nicht so gemütlich, wie sie klingen.

Die Elfen – Bernhard Hennen

Seid gegrüßt, alle Beaks dieser und weiterer Welten/ teilet nun das Fleisch und Met dieses Blogs und genießet diese Rezension/ wohlan, lasset uns beginnen!

Mein Mittelalter-Tick hat mit Die Elfen von Bernhard Hennen nochmal so ein richtiges Refresh (mittelalterliche Formulierung, würde ich jetzt so behaupten) bekommen und ich hab mir selbst versprochen, mal wieder in Kategorie Historische Romane in der Bibliothek nachzugucken, also: Freuet euch auf die Zeiten, die kommen mögen!

Die Ausgangssituation: Der Winter herrscht im kleinen Dorf Firnstayn, welches vom Jarl Mandred Torgridson regiert wird. Als Mandred und seine Kampfgefährten von einem fremdartigen Geschöpf angegriffen werden und jeder außer Mandred im Kampf stirbt, macht er die Elfen, aus dem für Menschen unzugängliche Albenmark, für die Bestie verantwortlich und beschließt, von der Elfenkönigin Emerelle Rache einzufordern. Diese stellt ihm die legendäre Elfenjagd zur Verfügung, doch zu einem schrecklichen Preis: Mandred soll ihr seinen Erstgeborenen überlassen, sobald dieser geboren ist. Mandred (wenn dies nicht eine sachliche Zusammenfassung wäre, würde ich sagen Arschloch) stimmt dem Handel zu und begibt sich unter anderem mit den Elfen Nuramon und Farodin wieder in die Menschenwelt, um das Wesen, welches jetzt übrigens  einen Namen hat, den epischen Devanthar, zu Fall zu bringen. Während der Devanthar sie langsam in eine Eishöhle auf einen Berg nahe Firnstayn lockt, sterben weitere Albenkinder auf dem Weg (natürlich nicht Mandred, oder Nuramon, oder Farodin…). Endlich angelangt, kommt es zu ersten der vielen Show-Downs, doch bevor der Devanthar endgültig vernichtet werden konnte, raubt er Nuramons Gestalt und reist in Sekundenschnelle nach Albenmark, um der Erde ein eher spezielles Erbe zu hinterlassen…

Zur Handlung muss aber noch angemerkt werden, dass sie nicht nach dem üblichen Schema spielt, also: Charaktere – Schwierigkeit – Schwierigkeit bewältigt, aber jemanden/etwas Wichtiges verloren – teilweise Happy End. Hier war es eher so, dass verschiedene Episoden in einem Roman vereinigt wurden, was einerseits schon Spannung beinhaltet, ich meine, die Schlacht ist geschlagen, ihr wähnt eure Helden in Sicherheit, aber hä, ist doch erst die Hälfte des Buchs und dann BADAM kommen noch ein paar Sektenmitglieder an. Andererseits muss man sagen, dass dadurch, dass es so viele Show-Downs gibt, sie im Einzelnen langsam ihre Außergewöhnlichkeit verlieren und man sich nur denkt „Ach so, geht ja noch weiter…“.

Noch ein negativer Aspekt wäre, dass der Autor manchmal zwischen verschiedenen Eigenschaften für die Charaktere herumwankt, als wären es ein paar Bierchen zu viel gewesen. Zum Beispiel Mandred hat sich im Laufe der Jahre, die zwar zahlreich, die er aber ohnehin verzerrt wahrgenommen hat, so komplett verändert, dass man nicht sagen kann, dass sich Menschen sich halt verändern, in dem Fall war er teilweise ein völlig neuer Charakter.

Nichtsdestotrotz muss selbst mein Kritiker-Herz zugeben, dass es Hennen gut gelungen ist, die Faszination der verschiedenen Welten (laut Buch die Menschenwelt, die Zerbrochene Welt, Albenmark, das Mondlicht (eine Art Nirvana nur für Albenkinder) und Albenheim) darzustellen, die Fantastik der Albenländereien, aber auch die Wunder unser eigenen Welt. Aber auch die Interaktion zwischen Albenkindern unter sich und zu Menschen im Allgemeinen ist interessant in Einzelteile zu zerlegen:)

Ich finde, das Thema Elfen ist sehr gut gewählt, denn wie Hennen im Nachwort (sagt man das so…?) erwähnte, interpretiert jeder Autor sie anders und man fragt sich natürlich, wie das kommt. Möchten manche etwas Geheimnisvolles und Mächtigeres bewahren und geben sich deswegen der Vision von überirdischen Lebewesen hin? Möchten manche nichts der Menschheit überordnen und zeichnen ein Portrait von normalen, manchmal teils hinterlistigen, teils gar verachtenswerten Meistern der Illusion? Wie stellt man sich selbst etwas nicht genau Definiertes vor und was sagt dies über einen aus?

Mein Fazit: Eher für Leute, die gechillt (BADAM, Jugend-Klischee-Wort) über unstimmige Details hinwegsehen und eher auf Real-Fantasy statt auf Dramen, die zum Nachdenken anregen, ansprechen. Abgesehen von meinen persönlichen Nö-Punkten war es ein echtes Lesevergnügen, und genug Seiten für ein paar Wochen mindestens (genau 910).

Nun höret alle Beaks dieser und weiterer Welten, möget ihr zurückkehren zu diesem Blog und weitere Rezensionen mit eurer virtuellen Anwesenheit begnügen!

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Alles eine Frage der Interpretation.

 

Let’s get ethically…

Es geht immer weiter.

Herren über Sklaven. Arisch über jüdisch. Weiß über schwarz.

Menschen zerfleischen sich gegenseitig. Der Schwächere schließt Kompromisse – oder stirbt. Alle schwören, sie hätten daraus gelernt, es würde nie wieder passieren. Dann passiert es wieder. An einem anderen Ort. Am gleichen Ort. Zwei oder zwanzig Jahre Unterschied.

Ich hatte den Gedanken, dass Menschen vielleicht dazu bestimmt sind, nie aus dem Geschehenen zu lernen und sich an das Geschehene zu erinnern. Wir zerstören uns, und was uns ausmacht, jeden Tag, nicht nur auf dem Schlachtfeld, auch auf dem Schulhof.

Ja,  unverständlicherweise dazu verdammt, im ewigen Krieg zu leben. Oder? Oder warum halten manche so hartnäckig am Krieg fest? Zu engstirnig, zu vernebelt, um mit Frieden glücklich zu sein?

Manche glauben an Gott. Welche Ironie. Ihrer Meinung nach, hat Er uns  eine wunderschöne Erde geschenkt, uns zu etwas Besonderen gemacht, uns mit Eigenschaften versehen, die es so vorher nicht gab. Urteilsvermögen, Gnade, Mitleid, Liebe. Waren die anderen, verachtenswerten Seiten, die er uns ebenfalls schenkte, Absicht? Ich hoffe nicht. Denn welchen Sinn hätte es, eine neu entstandene Welt mit Lebewesen zu schmücken, die alles zerstören, auseinandernehmen, wieder aufbauen, nur hässlicher, als es jemals war.

Manchmal frage ich mich, wenn es Gott gibt, was denkt er dann? Sieht er die Zustände aus den bestürzten Augen eines Vaters, der sein missratenes Kind sieht? Das Kind, für das er Liebe empfand, welches so rein, so jung war? Das Kind, welches einen Augenschlag später nicht mehr sein Kind, sondern jemand Fremdes war? Wir verdrängen die wenigen Wunder unserer Zeit mit unserem Hass, unserer Gier, unserer Selbstverliebtheit.

Ich glaube, die Schlange steht für die schlechten, verdorbenen Seiten unseres Daseins. Dass die Frau als erstes irregeleitet wurde, halte ich hingegen für Sexismus. Aber egal, die ersten Menschen wurden aus dem Paradies vertrieben, weil sie ihren unmoralischen Absichten nachgegeben haben. Wenn nichts passiert wäre, würden wir jetzt immer noch in Eden leben? Niemanden aufgrund seiner Herkunft, weil wir ja dann alle die gleiche Herkunft hätten, beurteilen? Oder hätte im Laufe der Zeit sowieso irgendwer nachgegeben und nichts wäre unverändert?

Oder ich mache mich vollkommen zum Trottel mit meinen Geschichten aus dem Glauben?

Übrigens, ich bin misstrauisch,  das nicht auch irgendwie ansatzweise inhuman? Allerdings, diese Eigenschaft ist auch aufgrund etwas anderem Schlechten entstanden, und zwar Betrug. Und der wiederum durch Gier. Und die wiederum, und das wiederum, und dieses wiederum –

Wie gesagt, es geht immer weiter.Interkulturelle Kompetenz fu-r Konfliktvermeidung.JPG